Die Geschichte vom Hofgut Silva
Silva – Lateinisch für „Wald“
Das Schwein dort aufziehen, wo es ursprünglich herkommt – im Wald.
2008 kauften Ursel Wohlfarth und ihre Tochter Judith einen etwas vernachlässigten Bauernhof in Oberkirch. Kastanienwälder, Streuobstwiesen und reines Quellwasser boten die idealen Voraussetzungen für eine extensive Schweinehaltung. Doch bevor die ersten Tiere einzogen, stand eine umfangreiche Renovierung an. Gleichzeitig begann die Suche nach der optimalen Schweinerasse – eine, die sich für das unwegsame Gelände mit vereinzelten Steilhängen eignete und gleichzeitig eine hervorragende Fleischqualität bot.
Nach intensiver Recherche fiel die Wahl auf Berkshire- und Tamworth-Schweine. Diese Rassen sind perfekt an die Freilandhaltung angepasst, kommen mit anspruchsvollem Terrain zurecht und sind für ihr exzellentes Fleisch und ihren außergewöhnlichen Schinken bekannt.
Der nächste Schritt war die Auswahl der besten Zuchttiere direkt vor Ort in England. Nach einem langen Auswahlprozess und einer aufwendigen Transportorganisation war es schließlich so weit: Im Mai 2013 brachte Chris Impey, der englische Zuchtwart, die ersten elf Zuchtsauen und zwei Zuchteber auf den Hof – der Grundstein für das Hofgut Silva war gelegt.
Im Frühjahr 2016 verwirklichte Ursel Wohlfarth eine weitere Herzensangelegenheit: Die Zucht von Hähnchen und Poularden der französischen Rasse Gauloise Blanche in Freilandhaltung. Trotz großer Leidenschaft und viel Einsatz stellte sich die Zucht als herausfordernd heraus. Nach einigen Jahren entschieden wir schweren Herzens, diese Zucht einzustellen, um uns wieder ganz auf die Schweinehaltung zu konzentrieren.
2021 wurde auf dem Gelände ein eigenes Schlachthaus errichtet, sodass die Tiere den Hof für ihre letzte Reise nicht mehr verlassen müssen. Der gesamte Lebenskreislauf unserer Tiere spielt sich bei uns auf dem Hof ab, in vertrauter Umgebung und in den Händen bekannter Menschen. Dies war ein sehr langwieriger und kräftezehrender Prozess für den Judith Wohlfarth hart kämpfen musste.
2022 mussten wir einen schweren Verlust hinnehmen: Ursel Wohlfarth verstarb nach schwerer Krankheit. Sie hinterließ nicht nur einen Betrieb, der ohne sie nicht das wäre, was er heute ist, sondern auch eine tiefe Lücke in unseren Herzen. Ihr Einsatz und ihre Liebe zu den Tieren prägen unseren Hof bis heute.
2023 wagte Judith gemeinsam mit ihrem Partner Alexander Ehret einen mutigen Schritt in einer Zeit, in der viele Metzgereien schließen: Sie übernahmen, renovierten und eröffneten „Die Metzgerei„ in Gengenbach. Dort wird alles selbst hergestellt – von Wurst bis Schinken und dem gesamten Mittagstisch, der ebenso angeboten wird. Neben den Produkten der Hofgut-Silva-Schweine gibt es auch weitere hochwertige Produkte von Tieren aus der Region. Möglich wird dies durch das zweite Schlachthaus von Alexander Ehret in Altenheim, das eine regionale und nachhaltige Verarbeitung gewährleistet.
2024 vergrößert sich das Team rund um Judith denn es gibt jede Menge zu tun.
2025 Im März sind nach ihrer vierwöchigen Quarantäne 10 junge Aubrac Rinder und ein Stier eingezogen. Die Aubrac Rinder sind bekannt für ihre Robustheit und ihre hervorragende Fleischqualität. Aber bei uns steht nicht die schnelle Mast im Vordergrund – im Gegenteil! Unsere Tiere sollen langsam und in Ruhe wachsen dürfen. Sie bilden sie den Grundstock für unsere Zucht.
Im Juni haben die ersten Schwarzkopfschafe ihre Weiden bei uns bezogen.
Seit August 2025 sind wir offiziell Naturpark Partner vom Naturpark Schwarzwald.
Im September 2025 hat Judith Wohlfarth den Tierschutzpreis 2025 des Landes Baden-Württemberg erhalten.
Zum Jahresabschluss gab es noch ein Highlight für uns: Zusammen mit weiteren Produzenten aus dem Hessselbach haben wir unseren ersten Weihnachtsmarkt auf dem Hofgut Silva veranstaltet. Es war so ein schönes Wochenende und so erfolgreich dass wir das wiederholen werden.
2026 passiert einiges an unserer zweiten Hofstelle im Ödsbach. Das alte Bauernhaus wird abgerissen. Es entsteht ein neuer Multifunktionsstall. Dieser wird vor allem dazu dienen, unsere Rinder, Schafe und Ziegen während der Zeit rund ums Kalben und Lammen gut und sicher unterzubringen und sie im Krankheitsfall optimal versorgen zu können. Zusätzlich schaffen wir ein großes neues Heulager, damit wir auch hier bestens aufgestellt sind.
Wir sind Teil der Agroforst-Förderung vom Naturpark Schwarzwald – mitten in einem Weinbaugebiet. Auf unserer zweiten Hofstelle starten wir nun auch unser Agroforst Projekt.
Immer mehr Rebflächen verschwinden, weil sich der Weinbau für viele Betriebe nicht mehr lohnt oder keine Nachfolge da ist. Zurück bleiben steile, gerodete Hänge ohne Bewuchs. Wasser sucht sich unkontrolliert seinen Weg, der Boden verliert Halt – die Bewirtschaftung wird zur echten Herausforderung.
Als Wilde Sau Partner könnt ihr über uns, oder unsere „Die Metzgerei Gengenbach“ auch Wildschwein Spezialitäten erhalten.
Wir sind noch lange nicht am Ende der Geschichte, weitere Projekte sind bereits in Planung ;-)










